Peposo - Toskanischer Rinderschmortopf

fork with spaghetti
Slow-cooked beef stew served with creamy yellow polenta on a white plate with red checkered tablecloth.
Slow-cooked beef stew served with creamy yellow polenta on a white plate with red checkered tablecloth.

Tipps für den perfekten toskanischen Rinderschmortopf

Damit dein toskanischer Rinderschmortopf gelingt, ist die Wahl des Fleisches entscheidend. Greife für ein gelungenes Peposo Rezept zu Fleischstücken mit viel Bindegewebe, wie etwa der Rinderwade oder Beinscheibe. Während der langen Garzeit im Schmortopf wandelt sich das Kollagen in weiche Gelatine um, was die Sauce wunderbar bindet und das Fleisch butterzart macht. Ein guter Chianti Classico ist dabei der klassische Begleiter, sowohl im Topf als auch später im Glas.

Obwohl das Gericht historisch im Ofen zubereitet wurde, kannst du diesen Rinderschmortopf heute problemlos auf dem Gasherd oder im modernen Backofen bei niedriger Temperatur garen. Wichtig ist die Geduld: Mindestens drei bis vier Stunden sollte das Pfefferfleisch leise simmern. Als Beilage für dieses herzhafte Schmorgericht empfehlen wir traditionell geröstetes toskanisches Brot (Pane Sciocco) oder eine cremige Polenta, um die konzentrierte Weinsauce perfekt aufzusaugen. Dieses mediterrane Fleischgericht ist ein Garant für warme Wohlfühl-Momente und bringt das Aroma von Florenz und Umgebung direkt in deine heimische Küche.

Peposo alla Fornacina – Das klassische Pfefferfleisch aus der Toskana

Das Peposo alla Fornacina ist weit mehr als nur ein gewöhnlicher toskanischer Rinderschmortopf. Seine Geschichte reicht bis in die Renaissance zurück, als die Ziegelbrenner (die „Fornacini“) von Impruneta die Kuppel des Florentiner Doms errichteten. Sie stellten einen Tontopf mit Rindfleisch, einer enormen Menge schwarzer Pfefferkörner, Knoblauch und Rotwein einfach in den Eingang der Brennöfen. Dort schmorte das Fleisch über Stunden in der Resthitze.

Das Besondere an diesem original italienischen Rezept: Es wird traditionell völlig ohne zusätzliches Fett oder Öl zubereitet. Die authentische Zubereitung setzt darauf, dass das Fleisch im eigenen Saft und in reichlich Chianti so weich wird, dass es fast von allein zerfällt. Wenn du nach einem Peposo Rezept suchst, das die wahre Seele der Toskana einfängt, ist diese puristische Variante unschlagbar. Die Kombination aus der Schärfe des Pfeffers und der Säure des Weins verleiht dem Gericht eine Tiefe, die man bei so wenigen Zutaten kaum vermuten würde. Es ist das perfekte Slow-Cooking-Gericht für Liebhaber der ehrlichen, rustikalen Küche.

Slow-cooked beef short rib stew simmering in a black cast iron dutch oven on a gas stovetop.
Slow-cooked beef short rib stew simmering in a black cast iron dutch oven on a gas stovetop.

Peposo

Würziges toskanisches Rinderschmorgericht mit viel schwarzem Pfeffer. Einfaches Originalrezept, herzhaft, aromatisch und perfekt zu Polenta.

Zutaten

4 Personen

  • 1,4 kg Rinderschulter

  • 750 ml Rotwein

  • 6 Knoblauchzehen

  • 1 EL Tomatenmark

  • Olivenöl

  • 2 Lorbeerblätter

  • 1 Stängel Thymian

  • 1 Stängel Rosmarin

  • 2 EL schwarze Pfefferkörner

  • Salz

Als Beilage: Polenta oder Baguette

Braised beef osso buco cooking in a Staub cast iron Dutch oven with Chianti wine and fresh herbs.
Braised beef osso buco cooking in a Staub cast iron Dutch oven with Chianti wine and fresh herbs.
fork with spaghetti
Zubereitung

Kochzeit ca. 2,5 Stunden

  1. Das Fleisch in ca, 3x4 cm große Stücke schneiden.

  2. Das Fett sollte, wenn nicht zu viel vorhanden, am Fleisch dran bleiben.

  3. Das Fleisch mit 3 EL Olivenöl in einen Schmortopf geben und kurz scharf anbraten.

  4. Hitze runter schalten und die geschälten Knoblauchzehen ganz leicht andrücken, nicht zerdrücken, und dazu geben.

  5. Alles durchmischen und nochmal 10 Minuten auf mittlerer Hitze braten.

  6. Die Pfefferkörner leicht stoßen oder mörsern. Er soltle auf jeden Fall ziemlich grob bleiben.

  7. Das Tomatenmark hinzufügen und alles nochmal vermischen.

  8. Mit dem Rotwein ablöschen.

  9. Thymian und Rosmarin mit einem Bindfaden zusammenbinden und mit in dem Topf geben.

  10. Die Lorbeerblätter und den Pfeffer hinzugeben und ein wenig salzen.

  11. Mit einem Deckel abdecken und bei schwacher Hitze 2 Stunden schmoren lassen. Dabei gelegentlisch umrühren.

  12. Wenn die Soße eingekocht sit, ist das Peposo fertig.

  13. Nimm den Lorbeer, Thymian und Rosmarin raus und probiere die Soße. Bei Bedarf nachwürzen.

Mit Polenta oder Baguette servieren.

Buon appetito!

Viel Spaß beim nachkochen!

Pastarazzo Profi-Tipps für ein authentisches Peposo alla Fornacina

Damit dein toskanisches Schmorgericht so schmeckt, als käme es direkt aus einem der antiken Brennöfen von Impruneta, solltest du diese Kniffe beachten:

  • Die Wahl des Fleisches: Für ein echtes Peposo Rezept ist der „Wadschinken“ (Rinderwade oder Hesse) unverzichtbar. Das Fleisch ist von Sehnen durchzogen, die beim stundenlangen Schmoren zu Gelatine schmelzen. Das macht die Sauce unglaublich sämig und das Fleisch butterzart, ohne auszutrocknen.

  • Der Wein-Faktor: Benutze einen kräftigen, trockenen Rotwein, idealerweise einen Chianti. Da die Sauce fast ausschließlich aus Wein besteht, ist die Qualität entscheidend. Ein kleiner Tipp von uns: Wenn du den Wein nicht gerne trinkst, solltest du ihn auch nicht zum Kochen verwenden!

  • Pfeffer ist nicht gleich Pfeffer: Der Name „Peposo“ kommt vom Pfeffer (Pepe). Verwende ganze schwarze Pfefferkörner, die du nur ganz grob im Mörser zerstößt. So geben sie über die Stunden ihre Wärme ab, ohne das Gericht ungenießbar scharf zu machen.

  • Tradition ohne Fett: Das Besondere am Originalrezept „alla Fornacina“ ist, dass eigentlich kein zusätzliches Fett oder Öl hinzugefügt wird. Das Fleisch schmort im eigenen Saft und Wein. Das macht dieses Rinderschmorgericht erstaunlich bekömmlich und authentisch.

  • Geduld wird belohnt: Schalte die Temperatur so weit runter wie möglich. Ein echtes Peposo braucht mindestens 3 bis 4 Stunden. Je länger es simmert, desto tiefer wird die Farbe und desto intensiver der Geschmack.